Kanada 1917: Die allgemeine Schulpflicht auf englischer Basis wird eingeführt.
Darin sieht ein konservativer Teil der Mennoniten eine Bedrohung der religiösen Basis der Gemeinschaft. Denn wenn man die eigenen Gemeindeschulen dem Staat übergeben würde, würde der Religionsunterricht und die deutsche Sprache verloren gehen und damit auch die Grundlage der Gemeinschaft.
1921 wurde eine Delegation nach Südamerika entsandt, um eine neue Heimat zu suchen.
Der Gran Chaco wurde als sehr geeignet für die Gründung einer Agrarsiedlung befunden. Da der paraguayische Staat interessiert an tatkräftigen und reichen Siedlern war, welche das riesige, bis dahin zivilisatorisch weitgehend unerschlossene Gebiet urbar machen könnten, lud die Regierung die Mennoniten großzügig ein, in ihr Land zu kommen. Man garantierte die Befreiung vom Wehrdienst, die Führung eigener deutscher Schulen, weitgehend autonome Verwaltung und Rechtsprechung, absolute Religionsfreiheit sowie die unbegrenzte Möglichkeit der Zuwanderung weiterer Mennoniten.
Zwischen 1926 und 1927 kamen 1.743 mennonitische Siedler aus Kanada nach Paraguay - in den Gran Chaco.
Heute ist Loma Plata das Zentrum der Kolonie Menno. Loma Plata zählt momentan rund 3.500 Einwohner (darunter Becca und mich).
Um uns herum wohnen folglich fast nur Mennoniten. Jedoch sind es nicht die Mennoniten, wie man sie sich vorstellt. Hier wohnen nur moderne Mennos. Die Menschen hier wohnen in richtigen Häusern mit Strom, sie fahren Autos oder Motorräder, sie trinken Alkohol und sie tragen nicht die typische Mennonitentracht, sondern ganz normale Kleidung.
Mennoniten sind sehr gläubige Menschen. Sie kennen sich (im Vergleich zu Deutschland) echt gut in der Bibel aus. Leider legen sie jedoch vieles falsch aus, z. B. glauben sie an die Höllenlehre und sind fest davon überzeugt einmal im Himmel zu leben. Sie sind in dieser Hinsicht sehr stur.
Im Dienst ist das wichtigste das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.
Man fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus.
Man beginnt mit einem Smalltalk: Erzählt über sich, über seine Familie, Arbeit, Hobbys...
Man beginnt mit einem Smalltalk: Erzählt über sich, über seine Familie, Arbeit, Hobbys...
Dann stellt man viele Fragen: Wie heißt du? Bist du verheiratet? Kinder? Arbeit?...
Das war am Anfang eine echte Herausforderung.
In Deutschland ist man gewohnt, so schnell wie nur möglich auf den Punkt zu kommen. Hier muss man lernen, das herauszuzögern und VERTRAUEN aufzubauen!
In Deutschland ist man gewohnt, so schnell wie nur möglich auf den Punkt zu kommen. Hier muss man lernen, das herauszuzögern und VERTRAUEN aufzubauen!
Inzwischen fällt uns das leichter.
Die Menschen sind viel lockerer. Sie dutzen einen gleich und nennen meistens auch nur ihren Vornamen. Sie nehmen sich Zeit und sind immer nett und freundlich, selbst wenn sie kein Interesse haben. Manchmal wird man zum Tereré auf die Veranda eingeladen.
Mit den Rückbesuchen lässt man sich allerdings Zeit (ca 2 - 3 Wochen).
Hey ihr 2!
AntwortenLöschenTolle Bilder!!!!!!!
...finden wir auch.
AntwortenLöschenMan verspürt echt Lust auch nach Paraguay zu gehen.
bis später mumdad
Das wär auch total euer Ding hier im Chaco.
AntwortenLöschenWilder Westen pur: Mit Motorrad durch die Wüste rauschen, Sonne, heiß, Palmen, eiskaltes Tereré, Westernreiten, Rodeo, saftiges Rinderfleisch...
Ihr MÜSST uns eigentlich besuchen kommen. Weil dann seht ihr mal wie schön das hier alles ist :)
Wir haben jetzt voll lust bekommen, naja zumindest ich mal zu euch zu kommen. Ich will auch mal in den Wilden Westen, ich beneit euch.
AntwortenLöschenIch denk an euch.
Mensch und passt blos auf euch auf.
Gaaaaaaanz liebe Grüßle von eurem Julchen
Ps: Wie viel Uhr ist es eigentlich grad bei euch?:)
Hey Jule, schön von Euch zu hören. Gehts Euch gut? Ja es ist echt schön hier :) Bald ist wieder ein Aufruf nach Paraguay. Ihr könnts Euch ja mal überlegen...Wir sind momentan 5 Stunden nach Euch, aber wir hatten auch noch keine Zeitumstellung. Liebe Grüße an Steffen...
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